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Mittwoch 01. Juni 2011
EHEC-Aktueller Stand
EHEC-Infektion-Hintergrundinformation zum derzeitigen Stand des Wissens
Mit dieser Hintergrundinformation stellen wir Ihnen die wichtigsten Fakten zum aktuellen Stand des Wissens aus Perspektive der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft zusammen.
Um was für einen Erreger handelt es sich?
- Die enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) sind krankmachende Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli, die beim Menschen blutige Durchfall-erkrankungen auslösen können.
- HUS wird der schwere Verlauf der Krankheit genannt, bei dem Nieren und Nervensystem geschädigt werden können.
- Träger der Keime sind Rinder und andere Wiederkäuer (auch Wildtiere), bei denen EHEC im Darm und damit im Kot vorkommen können.
- Die Übertragung auf den Menschen erfolgt fäkal-oral. Die Aufnahme erfolgt über
- den Kontakt mit Tierkot (auch Streichelzoos gelten als mögliche Quelle),
- über kontaminierte Lebensmittel (ungekochtes Fleisch oder Gemüse, Früchte und Rohmilchprodukte) oder verunreinigtes Wasser,
- durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch (Schmierinfektion). - Der Erreger ist gegen mehrere Antibiotika resistent, was aber keine Auswirkungen auf die Therapie hat, da EHEC-Infektionen nicht mit Antibiotika behandelt werden sollten.
Gibt es eine Eingrenzung der Infektionsquelle?
- Die Behörden gehen davon aus, dass die Infektionen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Lebensmitteln ausgehen.
- Zwei vom Robert Koch-Institut gemeinsam mit den Hamburger Gesundheitsbehörden durchgeführte Studien zeigen, dass vom aktuellen EHEC-Ausbruch betroffene Patienten signifikant häufiger rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate verzehrt hatten als gesunde Studienteilnehmer.
- Am 25. Mai 2011 hat das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt auf vier getesteten Schlangen-Gurken EHEC-Erreger nachgewiesen.
- Drei der Gurken stammten sicher aus Spanien.
- Zwei Gurken spanischer Herkunft stammten aus biologischem Anbau.
- Die deutsche Bio-Kontrollstelle und die Behörden haben sofort den Handelsweg der Gurke zurückverfolgt und eine Vermischung mit anderer Ware überprüft.
- Der deutsche Importeur der Bio-Gurken hat die Gurken bei seinen Kunden zurückgerufen. - Die Behörden in Spanien überprüfen und beproben die Betriebe, aus denen die betroffenen Chargen stammen.
- Am 29.5.2011 meldeten die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern in drei Proben von Gurken unterschiedlicher Herkunft Hinweise auf den EHEC-Erreger gefunden zu haben. Näheres zu dem Fund ist bislang nicht bekannt. - Erst seit dem 31.5.2011 steht ein spezifischer Test zur Verfügung mit dem der aktuelle EHEC-Erregerstamm eindeutig und einfach erkannt werden kann.
- Mit Hilfe dieses Tests wurde inzwischen herausgefunden, dass die auf den Bio-Gurken gefundenen E.coli-Erreger nicht dem Erregerstamm O104 angehören, der die aktuelle Krankheitswelle ausgelöst hat.
- Die Quelle der Infektion ist nach wie vor unklar.
- Weiter ist unklar, ob über Gurken hinaus weitere Produkte belastet sind.
- In Frage kommen sowohl eine Infektion beim Anbau, z.B. über Beregnungswasser, als auch beim Waschen, beim Transport oder beim Umpacken.
Wie sicher sind Bio-Produkte?
- Bioprodukte sind generell nicht mehr oder weniger gefährdet als konventionelle. Eine Gruppe von führenden Mikrobiologen und Ökolandbau-Forschenden beschäftigt sich seit drei Jahren wissenschaftlich mit dem Thema EHEC und untersucht alle möglichen Einfallstore Sie konnten keine spezifischen Bio-Risiken feststellen.
- In der Presse wurde eine Kopfdüngung von Gemüse mit Gülle als Grund für ein besonderes Risiko genannt. Diese Form der Düngung ist im Gemüsebau absolut unüblich und wird auch im Öko-Landbau nicht praktiziert.
- Die EHEC-Fälle in der Vergangenheit waren nicht auf die Besonderheiten der biologischen Bewirtschaftung zurück zu führen.
Zur Herkunft der von uns verkauften Produkte:
Alle unsere Salate stammen entweder aus regionalem Anbau vom Luisenhof aus Niederdorfelden, Thomas Zell aus Bruchköbel, Weilerhof aus Großostheim oder von Familie Stockner aus Niederbayern. Salate aus dem Norden verkaufen wir nicht.
Die Gurken stammen entweder von Andree Poldervaart aus Holland (Demeter),
von der Bioland Gärtnerei Steinfurth oder vom Weilerhof aus Großostheim (Demeter).
Alle Produkte von Andree Poldervaart wurden inzwischen im Labor getestet und sind einwandfrei.
Die Tomaten nächste Woche stammen vom Weilerhof und von Poldervaart.
Wir können mit gutem Gewissen sagen: Die Produkte, die Sie von uns bekommen sind so, als wären sie aus Ihrem eigenen Garten.
Noch ein Wort zu unseren Kaufentscheidungen:
Seit ca. einem Jahr verkaufen wir zu 99,9 % keine Ware aus Umstellung auf Bio.
Bei deutschen Produkten handeln wir ausschließlich Verbandsware (Bioland, Demeter, Naturland).
In den Hauptprodukten achten wir seit langem bei ausländischen Produkten darauf reine Bio-Produzenten auszuwählen.
Dies möchten wir künftig auf jedes einzelne gekaufte Produkt ausweiten.
Wir möchten mit unserem Einkauf die Betriebe unterstützen die sich voll und ganz für Bio entschieden haben und nicht solche, die aus wirtschaftlichen Erwägungen Bio zusätzlich zu der konventionellen Schiene machen.
Nach Möglichkeit entscheiden wir uns zu Gunsten von Produkten aus fairem Handel.
Das ist unsere Einkaufsphilosophie, denn unser Anliegen ist es Sie mit den bestmöglichen Bio-Produkten zu versorgen.
Ihr bringmirbio-Team

